Eigentlich wollte ich ja was böses zum Thema “Studiengebühren” schreiben. Aber mir fiel nix ein, was sich nur auf dieses Thema beschränkt. Doof, das.
Also — Blickposition etwas höher setzen, weit ausholen, und mal die tollen Ideen der letzten Zeit Revue passieren lassen:
# Zuerst sorgen wir dafür, dass ‘der Wirtschaft’ die höchste Priorität eingeräumt wird. Die sollen ja schliesslich hier bleiben. _(zumindest Großkonzerne; die Kleinunternehmer und Mittelständler interessieren nicht, die können ja noch nicht mal mit der Entlassung von 10.000 -Wählern- Leuten drohen)_
# Dafür müssen natürlich die 10.000 -Wähler- Leute auch was tun _(also zumindest nicht protestieren oder so)_. Und die 4,5 Mio. -faulen Säcke- Arbeitslosen sind ja eh selber Schuld. Schliesslich findet ja jeder Arbeit, der welche will, weiß man doch. Und die wollen ja alle nicht. Und dafür sollen wir die auch noch bezahlen?
# Damit wir wissen, was wir und die 10.000 und die 4.5 Mio. tun sollen, fragen wir doch einfach mal bei denen, die’s wissen: nämlich den Chefs von Großkonzernen. _(Ob die auch Tipps für Renten- und Gesundheitssystem haben? Hey, einen von denen könnten wir eigentlich auch mal als Bundespräsidenten gebrauchen oder so. Merken!)_.
# Um die Ideen auch allen zu vermitteln _(das könnte nämlich schwierig werden)_, müssen wir den -Wählern- Leuten klarmachen, dass das alles gar nicht anders geht. Also quasi -von den Großkonzernen- -von den Amis- global vorbestimmt ist.
# Damit die -Wähler- Leute nicht meckern, sagen wir, dass hinterher alles besser ist. Zumindest für die, -denen’s jetzt schon Scheisse geht- die jetzt schon Hilfe -erschnorren- erdingsen.
# Vielleicht können wir mit -illetigimen- -unteligimen- -dreisten- empörten Vergleichen eventuelle Proteste sogar im Keim ersticken! _(So was historisch angesehenes wär schön. Widerstandskampf. Oder Montagsdemos vielleicht.)_
# Danach sorgen wir dann noch für ein bisschen Wirbel um Kleinigkeiten _(Auszahlungstermin oder so?)_ — so vergessen die -Wähler- Leute das Ganze vielleicht _(oder regen sich zumindest über was anderes auf)_
# Wie Pisa gezeigt hat, müssen wir uns danach direkt dem wichtigen Kapitel -Zukunftsperspektiven- Bildung widmen. Also den -langhaarigen Bombenlegern- Studenten. Da muss mal ‘ne Elite her. Sonst sehen wir international doch immer so schlecht aus.
# Das geht nicht ohne Geld! Bildung kostet nun mal! Und Elite-Bildung erst recht! Und so 500 € pro Semester hat man doch schnell zusammen. So mit “zwei Nachhilfestunden”:http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,338746,00.html vielleicht. Könnten die jüngeren Schüler ja auch ganz gut gebrauchen, woll?
# Ach, der “Chef vom DIW meint, dass müsste noch teurer werden? So 2.500 € pro Semester?”:http://www.handelsblatt.de/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200013,200050,851776/SH/0/depot/0/index.html Naja, vielleicht hat er recht. So’ne Elite muss ja auch irgendwie elitär sein. Und das bringt was! Guckt doch nur mal nach Amerika, deren Präsident war schliesslich auf ‘ner Elite-Uni!
Na also, ging doch.





Wie ich das so sehe, geht es bei den Studiengebühren Einzig und Alleine darum, die intellektuelle Masse so klein wie möglich zu halten, bzw. in den Kreisen zu halten, die bereits ihre Moralvorstellung aus dem Kapitalismus beziehen. Was gibt es denn gefährlischeres für den Kapitalismus, als zu viele Leute (Wähler), die sich nicht dem Geld beugen, und noch viel schlimmer, auch noch wissen warum sie es lieber nicht tun. Das Volk muss ungebildet sein, damit die Machenschaften der “feinen Herren da oben” (ich meine damit nicht Politiker, sondern die, die wirklich was zu sagen haben, die, die das Geld “beherbergen”) weiter nur für eine auserlesene (in der Tat nicht sehr breite) Schicht (wenigstens in Ansätzen) durchschaubar ist.
“Revolutionäre Gedanken fügen ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu” (die EU-Finanzminister)
achso,
Landminen
im
übrigen
auch.
Dein “links antäuschen rechts vorbeigehen” Forsberg
Comment von Forsberg — Friday, 28. Jan 2005 @406 @ 8:44