Anders kann ich die unmittelbare Bewertung, die derzeit im — ja nun wirklich tragischen — Fall des Schulmassakers von Minnesota in den Medien stattfindet, nicht bezeichnen.
Natürlich: Jeff Weise hat, so wie’s aussieht, neun oder zehn Menschen willkürlich getötet. Und sich selbst, wohl nicht ganz so willkürlich.
Und er scheint nationalsozialistisch Ideale toll gefunden zu haben. Was für einen “Native American” natürlich erst mal komisch wirkt - andererseits: in einem der ärmsten Reservate einer unterdrückten Kultur vielleicht noch nicht mal so richtig.
Aber wem bitte gibt das alles das Recht, Formulierungen zu verwenden, wie:
“In der Familie war Gewalt nichts Neues: Der Vater hatte sich umgebracht.”
“Spiegel Online”:http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,347853,00.html
“Milch-Gesicht erschoß 9 Menschen: Massaker im Hitler-Wahn”
“Bild.de”:http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2005/03/23/schulmassaker__trauer__weiterdrehe/schul__massaker__trauer.html
Wer vielleicht etwas unter der Oberfläche schauen möge (und nicht den letzten Rest an Würde zerschmettern will, den ein scheinbar ziemlich kaputter Mensch ja wohl auch noch hat), den verweise ich an dieser Stelle gerne an den nachdenkenswerten Eindruck, den “male.dei”:http://maledei.de/blog/?p=397 zitiert.
Ach, und SpOn, das da musste man ja ganz dringend zitieren oder?
bq. “Auch habe Weise die Musik des Schockrockers Marilyn Manson gemocht, schreibt das Blatt. [Seattle Times]”
Klare Disqualifikation. Schon allein, weil ihr das bei dem Columbine-Massaker schon mal hattet.