Tuesday, 1. Mar 2005 @815

BILDblog-A-Like

Ich geb ja zu: ich mag Clement auch nicht. Aber erstens: meine Meinung lesen nicht täglich ca. 4 Millionen Deutsche. Und zweitens: ist das ein Grund, heute diesen Aufreißer bei “Bild Online”:http://www.bild.t-online.de/BTO/index.html zu bringen?

Starker Tobak. Kommen wir “zum Artikel”:http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2005/03/01/clementarbeitslose/clement_arbeitslose.html:

Mal abgesehen davon, dass sich Clements Aussagen auch sehr ähnlich auf den Seiten der Arbeitsagenturen finden, findet man sie auch sehr schnell auf den “Seiten des BMWA”:http://www.bmwa.bund.de/Navigation/arbeit,did=57838.html:

bq. Der Hauptgrund: Mit der Zusammenlegung der bisherigen Arbeitslosenhilfe und der bisherigen Sozialhilfe zur neuen sozialen Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) werden jetzt auch die Arbeitslosen in die konzentrierte Arbeitsvermittlung und damit auch in die
Arbeitsmarktstatistik
aufgenommen, die bisher “außen vor” waren. Das sind vor allem die arbeitsuchenden Sozialhilfeempfänger, deren Zahl schon im Vorfeld der Reform auf 200 000 bis 300 000 geschätzt worden war.
Keiner dieser Arbeitslosen hat im Januar seine Arbeit verloren, sondern die meisten sind Langzeitarbeitslose, die allerdings *bisher nicht in der Arbeitsmarktstatistik* erfasst waren.

Aha. Na, dann folgen wir doch mal den Tipps von Herrn Sinn, wie die Bild uns anweist:

Moment, da war doch was in dem “Text des BMWA”:http://www.bmwa.bund.de/Navigation/arbeit,did=57838.html

bq. Bundeswirtschafts- und -arbeitsminister Wolfgang Clement erklärt zu den Berichten über die erwarteten Arbeitsmarktzahlen für den Januar 2005: “Durch *unsere Reformen* wird jetzt die ganze Wahrheit über den deutschen Arbeitsmarkt ans Licht kommen. Künftig wird es keine Dunkelziffern der Arbeitslosigkeit, *keine verschwiegene und versteckte* Arbeitslosigkeit mehr geben. Ich habe deshalb *bewusst von “schrecklichen” Zahlen gesprochen*, die im Januar und insgesamt in der ersten Jahreshälfte die
Arbeitsmarktstatistik charakterisieren werden.”

Tja, liebe Bild-Online-Redaktion - da könnte man ja glatt meinen, der arme Wolfgang sei so hilflos, dass er schon eure Tipps befolgt, bevor ihr sie selbst veröffentlicht. Respekt.

Schwule Cartoonfiguren - die nächste Runde

Das ist so wahnsinnig gut vom lieben Robin Williams, dass ich das nur komplett zitieren kann:

bq. *Los Angeles* Der US-Komiker Robin Williams hat sich bei der Oscar-Verleihung in der Nacht zum Montag über die Konservativen lustig gemacht. In Hinblick auf deren Warnungen, Figuren in Zeichentrickserien wie “SpongeBob könnten schwul sein”:http://thetrack.bostonherald.com/moreTrack/view.bg?articleid=64539 und “für Homosexualität werben”:http://diaet.blogsome.com/2005/01/09/ein-_bisschen_-schwul/, weitete er den “Verdacht” auf andere Figuren aus. Bugs Bunny habe mehr Kleider getragen als J. Edgar Hoover _[Hihi, “male dei war schneller”:http://maledei.de/blog/?p=142 bei dem Gag]_, und Donald Duck trage schließlich oben ein Matrosenkostüm und unten - nichts. Williams präsentierte den Preis für die beste Animation - nachdem er sich ein auf den Mund geklebtes Band abgemacht hatte. Gerüchte besagen, die Produzenten der Show hätten versucht, seine Witze zu zensieren.

Robin Williams zensiert

(Quelle: “queer.de”:http://www.queer.de/news_detail.php?article_id=2476)

12:17 Uhr - Kategorien: Kuriosa, TV & At the Movies

Musikindustrie bringt’s!

Was genau? Eigentlich das Übliche. Sich weiter für zu wichtig zu halten, die Kunden für zu unwichtig, und vor allem: “Lieder aus dem Internet für zu billig”:http://www.ftd.de/tm/me/1109414182461.html?nv=se.

Der hochgeschätzte Herr “Schockwellenreiter” Kantel “fasst sehr treffend zusammen”:http://www.schockwellenreiter.de/2005/03/01.html#dieGierKenntKeineGrenzen

bq. Irgendwann werden sie feststellen, daß der Musikvertrieb auch ohne sie funktioniert.

Sehr gut sogar, Herr Kantel!

Und weil das gerade so schön passt, direkt noch einen schönen Hinweis vom ebenso geschätzten “male.dei”:http://maledei.de/blog/?p=299 hinterher: die Initiative “fairsharing”:http://www.fairsharing.de/mitmachen/erklaerung/index.php möchte sich für eine öffentliche Diskussion über eine Lösung für beide Seiten einsetzen — sowohl für die -Musikindustrie- Künstler, als auch für die -Käufer- Hörer.

Denn natürlich haben Kunstschaffende ein Recht auf Kompensation ihrer Arbeit. Aber eben Bürger auch einen Anspruch auf ihre Rechte.

10:52 Uhr - Kategorien: Musikalisches, ADT - Aufreger des Tages