Monday, 7. Mar 2005 @832

EU segnet Software-Patente ab

Oder um es anders zu formulieren: Oh, Scheisse.

Wie “heise berichtet”:http://www.heise.de/newsticker/meldung/57133, hat die Ratspräsidentschaft die Direktive über die Patentierbarkeit “computerimplementierter Erfindungen” am Freitag als so genannten A-Punkt auf die Tagesordnung gesetzt — was nichts anderes bedeutet, dass die heute unbesprochen durchgewunken werden konnte.

Der dänische Wirtschaftsminister Bendt Bendtsen hatte zwar Weisung, zu versuchen, das ganze in einen B-Punkt (also einen nochmals zu besprechenden) umzuwandeln, hat aber nicht geklappt (wo war eigentlich Herr Clement?).

Das bedeutet unter anderem, dass unser IT-Mittelstand mächtigen Ärger bekommen kann (können wir ja gerade super gebrauchen), Linux’ Position geschwächt wird, und und und…

Und das, obwohl zuletzt selbst Konzernchefs, z.B. Computer Associates-Chef John Swainson, vor amerikanischen Verhältnissen (sprich: vor zu trivialen Patenten) gewarnt hatten. Zitat:

bq. “Ich hoffe, es wird einen ausgewogenen Zugang in Europa geben, der nicht die Fehler wiederholt, die wir hier gemacht haben.”
(Quelle ebenfalls “heise.de”:http://www.heise.de/newsticker/meldung/57120)

Wohl umsonst gehofft. Ich bin gespannt.

18:58 Uhr - Kategorien: Eher tragisch

SpOngebob Schwammkopf

Eigentlich wollte ich heute — in schlichter Ermangelung von Zeit (jaa, CeBIT steht vor der Tür) — nix schreiben. Daher nur ganz kurz ein weiterer Grund, Spiegel online eigentlich nur noch als halbgaren Journalismus zu betrachten.

Als kurzen Prolog ein Zitat von Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur Spiegel Online, aus einem “Interview bei Onlinejournalismus.de”:http://www.onlinejournalismus.de/webwatch/interviewblumencron.php:

bq. “Wir sind Bestandteil eines großen Verlagshauses und verfügen daher über entsprechende Ressourcen. Wir haben deshalb deutlich mehr Hintergrundstücke, tiefere Analysen, Reportagen, Features, Berichte von Auslandskorrespondenten.”

Schön. Deswegen “kann das mit den Bloggern ja auch gar keine Konkurrenz-Situation sein”:http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,331152,00.html, richtig?

Aber eins müsst ihr mir noch verraten, Jungs und Mädels. In eurem heutigen “Interview mit Oliver -Jamba- Samwer”:http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,344531,00.html kommt folgender Dialog zustande:

bq. SPIEGEL ONLINE: Haben Sie sich gewundert, dass ein einzelner Blogger, nämlich Johnny Häusler von Spreeblick.de, das Thema Kostentransparenz so hochkochen konnte?

Samwer: Ganz ehrlich, das Internet ist uns komplett bekannt als ein Medium, in dem jeder seine Meinung sagt. Und jeder sagt ganz direkt seine Meinung. Und wenn der Spreeblick-Blogger sagt, er findet uns zum Kotzen, dann soll er das eben sagen. Aber wir wissen, dass wir für viele Leute ein Superprodukt liefern.

Und da ihr da nicht nachhakt — noch nicht mal ein klitzekleines bisschen –, hier meine Frage: habt ihr den “Jamba-Artikel von Johnny Haeusler”:http://spreeblick.com/blog/index.php?p=324 und “seine Meinung” eigentlich mal gelesen?

Ach, tschuldigung, ich vergaß: ihr -kopiert- lest ja im Internet nur “die Wikipedia”:http://www.medienrauschen.de/archiv/2005/03/06/peinlich-peinlich-spiegel-online-schon-wieder-beim-abschreiben-erwischt/

(via “medienrauschen”:http://www.medienrauschen.de, “Spreeblick”:http://spreeblick.com/blog et.al.)

18:15 Uhr - Kategorien: Misc, ADT - Aufreger des Tages