Morgen abend wäre ich gerne in der Eifel. Dort kann man Menschen bei einem schönen Brauch beobachten: dem Maibaumsetzen.
Unter großen Mengen alkoholischer Getränke werden hierbei unschuldige junge Bäume ihres Lebens beraubt, um von etwas weniger unschuldigen jungen Männern ihren vermutlich absolut un-unschuldigen Angebeteten vor die Tür gestellt zu werden. Nicht zu vergessen sind hierbei natürlich lustige kleine Papierschnipsel, die ins Geäst der Bäume gehängt werden. Das habe ich nie so richtig verstanden — eigentlich sind Bäume doch auch so ganz hübsch da oben.
Ich weiss, dieser Brauch wird auch anderswo gefeiert. Doch bisher habe ich nur in der Eifel gesehen, dass sich die jungen Männer (die gelegentlich noch nicht mal so jung sind, wie sie gerne wären) in Vereinen und Clubs organisieren. Und bei der ganzen Aktion lustige T-Shirts tragen, beschriftet mit Schriftzügen wie “Urfter Dorfjugend”.
Eine herrliche Gelegenheit, als Aussenstehender durch unpassendes Geschmunzel oder Gelächter eins auf die Fresse zu bekommen, übrigens.
Vermutlich bleib ich hier im Rheinland und trink mir einen. Da ist das Maximum, was ich zu sehen bekomme, eine Horde Schützen, die das gleiche tun, wie die in der Eifel. Nur mit Uniformen statt T-Shirts. Aber die Uniformen sieht man ja öfter im Jahr, eine Art Gewöhnugseffekt also.
Und wenn ich eins auf die Nase bekomme, kann ich wenigstens zu Fuß nach Hause gehen.





Lieber Diaet,
erwähnenswert wäre auch noch, daß sich ein jedes Dorf (in Figur von betrunkenen Raufbolden) daran erfreut, seinen eigenen Übergrossen Maibaum am Dorfplatz aufzustellen, und die Nachbardörfer (in Figur von betrunkenen Raufbolden), wiederum versuchen noch in der Nacht vom 30.04 auf den 01.05 den Maibaum (der anderen betrunkenen Raufbolde) mit Hilfe von Kettensägen und 9mm Pistolen zu fällen um somit in die Chronik des Dorfes einzugehen. Nicht selten geht der Ein um Andere dieser betrunkenen Raufbolde dabei lediglich in die Chronik des Kreiskrankenhauses ein, weil man sich den Maibaumklau von einem betrunkenen Raufbold, als guter betrunkener Raufbold natürlich nicht gefallen lässt und daher eine betrunken Wache aufstellt, welche erst am nächsten Morgen durch die vorhandenen Blutflecken auf ihrer Schützenuniform an die Ereignisse der letzten Nacht erinnert wird…Manchmal ist aber auch die Polizei schneller und versucht den Besitzer des soeben aufgefundenen linken Armes ausfindig zu machen, naja und die klingelt dann halt erstmal bei dem Dorfdepp bzw betrunkenen Raufbold.
Ich meide morgen Dorfplätze…so wie an jedem anderen Tag des Jahres
Forsberg
Comment von Forsberg — Friday, 29. Apr 2005 @501 @ 12:02