Tuesday, 31. May 2005 @536

Ach Du heiliges Stadion

Gestern abend zufällig beim BR vorbeigezappt. Wo gerade ein Pfarrer, Pastor, Priester oder wie auch immer er sich nannte (korrekte Berufbezeichnung bitte streichen) Weihwasser auf den Rasen der neuen und nebenbei bemerkt potthässlichen Allianz-Arena spritzte.

Erster Gedanke: “Das gibt’s auch nur in Bayern, dass ein Stadion geweiht wird”.

Zweiter Gedanke: “Wenn die jetzt schon Gottes Hilfe anfragen, scheint die Allianz ja als Versicherung nicht viel zu taugen”.

12:52 Uhr - Kategorien: Misc, Stoned

Wednesday, 25. May 2005 @656

Internet ist auch nur Fernsehen

eMails, Web und andere Nutzungsmöglichkeiten des Internet sind also quasi Rundfunk.

Und weil ich ab dem 1.1.2007 dann für mein Büro (in dem weder Fernseher noch Radios stehen) mehr GEZ zahlen darf als für zuhause, sollte ich doch gerechterweise auch mein Programm selber zusammenstellen dürfen (ist ja schliesslich einer der Vorteile dieses wahnsinnig neuen Mediums) -

also ab, User, in die Tauschbörsen! Die Filme und Musik werden schliesslich über unsere Gebühren finanziert!

Oder hab ich da jetzt mal wieder was falsch verstanden?

(Telepolis, via Malcolm bzw. Dominic)

15:44 Uhr - Kategorien: Misc, ADT - Aufreger des Tages

Monday, 23. May 2005 @506

Genauer hinsehen

Als ich am Samstag durch unsere beliebte vorhandene Rathausgallerie schlenderte, sah ich von weitem einen Crepesstand. Da ich meinen Sohn bei mir hatte, wollte ich ihn schon fragen, ob er nicht Lust auf so einen Crepe mit Nutella hätte.
Doch bevor ich einem 3 Jahre alten Schleckermaul eine solche Frage stelle, muss ich mich davon überzeugen, genug Geld in der Tasche zu haben, um, für den Fall dass ich mein Angebot auf Grund mangelnder Devisen zurückziehen muss, kein aufsehenerregendes Heulkonzert zu provozieren.
Also schaute ich nach und tatsächlich ich hatte genug Geld bei mir, das Nachschauen hat dann aber so lange gedauert, daß ich diesem Stand dermassen nahe gekommen war, daß ich feststellen musste, daß es sich bei diesen gelben Dingern nicht um Crepes, sondern um eine neue Art der Fensterleder handelte, welche mein Kind sicherlich nur widerwillig gekaut hätte.
Also wurde weiter geschlendert und dann gab es für ihn halt einen Imperialisten Amerikaner. Er war jedenfalls zufrieden und ich werde demnächst etwas besser hinsehen.

Forsberg

12:08 Uhr - Kategorien: Misc

Ich hasse Montage

Zumindest nach Wahlen, die bei mir zuhause Jürgen “Sozial ist, was Inder schafft” Rüttgers an die Macht befördern.

Nein, es ist nicht alles Gold, was rot-grün ist. Nein, ich denke auch nicht, dass sich die großen Parteien in ihrer Unfähigkeit groß unterscheiden.

Trotzdem war mir der Fischkopp sympathischer als der Rheinländer mit dem schlecht angepassten Gebiss; trotzdem sind mir grüne Vorstellungen (so sehr sie auch verkauft wurden) behaglicher, als liberales “die Wirtschaft wird’s schon regeln, wenn wir sie nicht mehr regeln”-Gefasel.

Ich war’s nicht.

Achja, die gute Nachricht des Wochenendes: Gracia hat echt Scheisse gesungen und verdient verloren. Ich bin seit Samstag Nichtraucher.

12:00 Uhr - Kategorien: Mein Stammtisch

Thursday, 19. May 2005 @698

Passiv Auskotzen

Eigentlich wollte ich ja mal einen so richtig schönen “gegen Alle”-Text verfassen. Und das bei dem formidablen Wetter heute, komisch.

Aber dann musste ich feststellen, dass Burnston das unter dem Titel “Fun, fun, fun” schon so perfekt erledigt hat, dass ich mir die Mühe sparen kann. Lesen, bitte.

Von mir kommt dann die kommenden Tage ein frustrierter, resignierender Text über meine Generation oder so. Versprochen.

16:45 Uhr - Kategorien: Misc

Friday, 13. May 2005 @617

Die Untiefen des Rap

Lesenswerter Artikel in der Süddeutschen über die zwar hoffentlich bald wieder abklingende, aber dennoch nicht auswirkungsfreie Welle von “Rapper”-Idioten wie “Fler”.

Leseproben:

Dennis Kraus vom HipHop-Magazin Backspin, das Fler in seiner Maiausgabe immerhin die Coverstory widmet, meint, es wäre falsch, „da von rechtem HipHop zu reden. Die Typen sind ja nicht rechts. Sondern unglaublich dumm.

Was zwar stimmen mag, die Sachlage aber nicht wirklich verbessert, wenn sich trotzdem die rechten Idioten bei den vielleicht-nicht-rechten Idioten bedienen können.
Mann, war das noch einfach damals mit den rasierten Schädeln und Bomberjacken.

Achja, die zweite Leseprobe, quasi als wohlmeinendes Fazit:

„Wir haben hier jetzt plötzlich eine Punkband im Jugendheim. Und die Hauptschüler hören Adam Green. Hauptschüler! Adam Green!

Auch wenn ich Herrn Green für überschätzt halte: das ist doch sowas wie ein Anfang.

(Mit Dank an das neue & ebenfalls lesenswerte Kollaborativblog echtzeit)

14:49 Uhr - Kategorien: Musikalisches

Tuesday, 10. May 2005 @795

Alternative zum Wahl-O-Mat

Wer den Wahl-O-Mat schon die letzten siebenundvierzig Wahlen durchprobiert hat, und ausserdem mal feststellen möchte, ob zwischen der Vorstellung seiner Einstellung eine Gleichstellung (argh!) besteht, der möge doch mal einfach - so denn seine Englischkenntnisse genügen - den Political Compass ausprobieren.

Dieser stellt die wirtschafts- und sozialpolitische Einordnung zwar ebenfalls anhand von Thesen zusammen, spuckt aber nicht konkrete Parteien aus, sondern ein “Richtungs-Diagramm”. Und das auch nicht nur auf der bekannten Rechts-Links-Achse, sondern auf zweien: “Authoritarian/Libertarian” und “Left/Right”.

Ich bin übrigens in der selben Ecke zu finden wie Nelson Mandela und der Dalai Lama. Wollte ich nur gesagt haben.

19:05 Uhr - Kategorien: Linkdump

Monday, 9. May 2005 @632

Der kleine Prinz - ein Appell

Arbeit stirbt aus. Punkt. Diese ganze verlogene “Wir tun was gegen die Arbeitslosenigkeit”-Debatte ist vollkommen obsolet und obskur.

Jahrhundertelang haben wir (dieses “wir” bitte metaphorisch verstehen) alles getan, um weniger zu arbeiten. Wir haben die Arbeit an Sklaven abgeschoben. Wir haben die industrielle Revolution erschaffen und gelobt. Wir haben uns Gastarbeiter ins Land geholt. Damit die auch weniger arbeiten müssen, haben wir tolle Roboter entwickelt und Computer.

Und jetzt? Ernten wir die Früchte unserer Bemühungen. Es gibt weniger Arbeit für Menschen. Ist doch super, genau das war das Ziel!

Und warum jammern wir alle drüber und führen Diskussionen, wie mehr Arbeitsplätze geschaffen werden?

Die naheliegenste Vermutung: weil unser Gesellschaftsbild immer noch den Wert eines Menschen einzig und allein über seine Arbeit definiert. Weil scheinbar die meisten Leute den kleinen Prinzen vergessen haben, und nur noch wie große Leute denken. Erinnerung gefällig?

Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen. Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche. Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge? Sie fragen euch: Wie alt ist er? Wieviele Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater? Dann erst glauben sie, ihn zu
kennen.

Und wenn nicht nur ich kleiner Idealist das seit Jahren denke und predige, sondern (wie bereits bemerkt) führende Unternehmer in der brandeins, gefolgt von (fast noch besser) US-Ökonomen in der Stuttgarter Zeitung das ebenfalls so sehen und sagen, dann… ja, dann sollten wir uns wirklich mal wieder über echte Werte unterhalten. Und vielleicht mal über ein neues System nachdenken. Vielleicht sogar mal was ganz gewagtes: Utopien wahr werden lassen.

Die beiden Herren liefern da recht hübsche Ideen in den Interviews.

(Danke für den StZ-Link an Johnny)

15:10 Uhr - Kategorien: Mein Stammtisch

Wednesday, 4. May 2005 @692

Marktlücke zweier Zyniker

Wie Forsberg und ich gerade feststellten, könnte man momentan mit einer recht simplen Idee ganz gutes Geld machen. Es handelt sich dabei um ein schlichtes Plastikschild, das durch beidseitige Bedruckung zweifach genutzt werden kann!

Aufgefallen ist uns diese Marktlücke übrigens in unserer Innenstadt.

16:37 Uhr - Kategorien: Optisches, Mein Stammtisch

SpOn versteht’s langsam

Na also. Kaum versorgen Blogs Spiegel Online mit Futter für mehrere Artikel, verstehen sie diese doch ein bisschen besser:

Die meisten haben da immer noch eine Art von Online-Tagebüchern vor Augen, in denen vereinsamte Gestalten ihren Weltschmerz einer schmalen Öffentlichkeit darbieten. Doch tatsächlich etabliert sich mit Blogs auch eine journalistische Gegenkultur, die sich von klassischen Online-Zeitungen durch ihre große Durchlässigkeit von oben nach unten und umgekehrt auszeichnet und mittlerweile ernstzunehmende Ergebnisse produziert.

Hervorhebungen von mir

Gut und weiter so, Herr Meusers. Und viel Spaß noch bei der Bild-Story!

12:39 Uhr - Kategorien: Misc