Vor ein paar Tagen angekündigt, hier ist es nun: mein kleines Reisetagebuch, Teil 1; ein Erlebnisbericht von den waghalsigen Abenteuern neun unerschrockener Zwerge im Land des Palatschinkens und Faschierten.
Tag 1 - Montag, 19.12.2005
2:00 Uhr morgens. Eine Zeit, die auch als “viel zu früh” bekannt ist. Nach knappen zwei Stunden unruhigen Schlafs reisst mich mein Wecker zurück in die Welt der Lebenden. Zwei Stunden, da wir noch bis kurz vorher Taschen und Koffer packen mussten. (Früher ging nicht, dank der Cocktailcustic am Samstag abend.) Punkt 2:30 Uhr steht Thorsten dann aber tatsächlich mit unserem gemieteten 9-Sitzer vor der Tür. Vier der Sitze sind wie geplant durch Lebensmittel, Küchenhelfer und unser Gepäck belegt, die restlichen Sitze füllen wir in Dormagen (bei uns) und in Köln auf, wo Sven und René noch zusteigen. Nach erfolgreichem Start in Köln gegen 3:30 Uhr beginnt die Fahrt.
Die folgenden zehn Stunden beinhalten für die Nicht-Fahrer vorwiegend Schlafphasen und spannende “Mario Kart 64″-Sessions, gespielt auf Renés Notebook (pssst). Ausserdem finden mehrere Pausen auf tollen Rasthöfen statt, deren Highlights aus drehbaren, selbstreinigenden Toilettenbrillen bestehen (per Knopfdruck!).
Während der Pausen fällt uns allen das erste Mal ein gewisses Schlafdefizit auf, von dem wir uns allerdings nicht weiter beeindrucken lassen.
Tag 1b - Montag, 19.12.2005
Tagsüber oder so. Mittlerweile sind wir in Österreich angekommen. Ohne größere Probleme, da die Wetterverhältnisse uns gnädig gesonnen sind. Na gut, ein Problem gab’s: die Scheibenwaschanlage tat’s nicht. Sorgte dafür, dass wir an jeder einzelnen Autobahntankstelle hielten, um die Scheiben von Hand zu reinigen, damit unsere Fahrer irgendwas sehen.
Nach kurzem Check stellte sich heraus, dass zwischen dem Wassertank und der eigentlichen Düse ca. 10 cm Schlauch fehlten (die sich im Motorraum fanden, angeblich abgebissen). Geschätzte dreißig Kilometer später kann das Problem allerdings dank des österreichischen ADAC-Pendants behoben werden. Gut, der Kerl hat improvisiert, verstanden hat ihn auch keiner (ist Österreichisch doch eine andere Sprache?), aber immerhin sah er irgendwie nett aus. Egal.
Tag 1c - Ankunft, Montag, 19.12.2005
Juchhu. Nötsch erreicht. Dummerweise ist Thorsten eine Krone rausgebrochen, so dass wir zunächst nach Zahnärzten Ausschau halten, worüber Sven und René (die einzigen, die schon mal da waren,) die Ausfahrt verpassen. Pech. Gut, wir finden Zahnärzte, aber halt die Ausfahrt nicht. Oder heisst das hier schon Auffahrt? Affohrt? Auffi…??
Juchhu 2. Auffahrt nach Nachfrage gefunden. Zahnarzt auch. Beides der Reihe nach abgeklappert, um vernünftig in der wunderschönen Forstvilla anzukommen. Und wenn ich wunderschön sage, meine ich wunderschön. Mitten auf dem Berg, Steilkurven und so im Weg, nix drumherum, und vor allem: Aussicht quer über’s Tal auf die gegenüberliegenden Berge. Prächtiger Ausblick. Mit Rehkitzen und allem.
Tag 1d - Montag, 19.12.2005
Angekommen, alles erledigt. Bis auf die Einkäufe. Und Überlegungen für das Frühstück des nächsten Tages. Da keiner Bock hat, am Ankunftstag zu kochen, beschliessen wir, die Veräuferin im Supermarkt zu fragen. Abgesehen von den Sprachproblemen hier (Österreichisch?!?) beeindruckt uns vor allem ihre Begrüßung: “Wooaas? Ihr moacht’s hier Urlaub?!?”
Sie empfiehlt uns das “beste am Ort”: “Bei Marko”. Marko, so stellt sich im Verlauf der kommenden Tage heraus, scheint sowas wie eine Lokalversion von Donald Trump zu sein. Neben dem Restaurant gehören ihm ausserdem das Fitnessstudio sowie ein “familiäres Fitnesshotel”. Ausserdem ist er natürlich kein Italiener, sondern durch und durch Österreicher.
Auch auf der Karte seines Restaurants findet sich fitnessbetont ein Abschnitt mit “besonders fettfreien Speisen”. Wir brauchen natürlich was vernünftiges, und bestellen alle etwas aus den anderen Bereichen der Speisekarte. Angesichts des Geruchs, der bei der Zubereitung durch das Restaurant weht, und dem folgenden Servieren des Hauptgangs verstehen wir sehr schnell, warum es den fettfreien Abschnitt gab: die sehr kleinen Portionen triefen aus allem, was sich nicht retten konnte.
Wir beschliessen, den ursprünglich geplanten Nachtisch lieber selber zuzubereiten und fahren zurück in die Forstvilla. Thorsten und ich bereiten viel zu viel Waffelteig vor (schon mal Waffelteig mit einem ganzen Kilo Mehl mit einem Handrührbesen vermengt? Seht ihr.), die wir kunstvoll mit Marmelade und Mandarinen, bzw. mit Nutella und Toffifee verzieren, um vor dem Kamin zusammenzubrechen.
Ende erster Tag. Und keine Sorge, die anderen werden kürzer, sonst werde ich ja nie fertig ;)





Schön geschrieben, scheinst ja einen spannenden Urlaub gehabt zu haben :)
Comment von Bastian — Saturday, 31. Dec 2005 @679 @ 15:18