Wie ich hier bereits beschrieben habe, fallen die anstehenden Kürzungen von Zuschüssen im Sozialbereich der neuen NRW-Landesregierung gerade bei schwul-lesbischen Verbänden besonders radikal aus.
Nun stellt sich heraus, dass die Lage besonders für das Schwule Netzerk NRW und für die LAG Lesben NRW sogar noch schlimmer aussieht: gekürzt werden die Mittel für die Anti-Diskriminierungsarbeit [Nachtrag: Seite ist derzeit nicht erreichbar], andere Projekte wie schwul-lesbische Anti-Gewalt-Arbeit und das Schulaufklärungsprojekt “SchLAu NRW” erfahren hingegen gar keine Kürzungen.
Was de facto für das Schwule Netzwerk bedeutet, dass deren Mittel um satte 80% gekürzt werden. Also ein glattes Todesurteil, es sei denn, man findet Verbände, deren Geschäftsführer sich selbst verwalten (und das ohne finanzielle Mittel) noch irgendwie sinnvoll.
Gegenaktionen sind in Arbeit, ich werde hier weiter darüber berichten. Wer mag, kann natürlich auch gerne jetzt schon auf diesen Umstand (oder diese Sauerei) hinweisen, seine Lokalpolitiker bedrängen, Mails an das MGFFI schreiben und ähnliches. Ich geh jetzt erstmal in den Aufnahmeraum, schreien.
Und für diejenigen unter euch, die nicht wissen, was das Schwule Netzwerk und LAG eigentlich sind: es handelt sich um die Landesverbände schwuler, lesbischer und schwul-lesbisch-integrierter Organisationen, Vereine und Initiativen in Nordrhein-Westfalen. Allein das Netzwerk versammelt 73 Projekte, Selbsthilfeorganisationen und -einrichtungen.
Sowohl bei der finanziellen Organisation, als auch bei Öffentlichkeits und Lobbyarbeit konnten Netzwerk und LAG natürlich geschlossener auftreten, als es die einzelnen Mitglieder gekonnt hätten. Ein “Aus” der Verbände wäre somit gleichbedeutend mit einem “Aus” vieler wichtiger Einrichtungen und Projekte.