Wednesday, 1. Feb 2006 @677

Wikipedia als politisches Werkzeug

Oh ha. Dass natürlich auch Politiker Artikel in der Wikipedia bearbeiten können, ist vollkommen klar - wenn es heisst “jeder”, ist das zumindest hier ja auch so gemeint (OK, mittlerweile nicht mehr ganz so offen). Schliesslich darf man da ja nicht bloß ob eines Berufsstandes direkt Manipulation unterstellen.

Dass, laut Wikinews, von Capitol-IP-Adressen aus manipulativ in Seiten über Senatoren eingegriffen wurde (ob nun positiv oder negativ), gibt allerdings schon ein wenig zu denken.

Eine Plattform, die immer noch von etwas unbedarfteren Nutzern als unbedenklich seriös eingestuft wird, bei politisch sensiblen Themen zu missbrauchen, ist natürlich gar nicht mal so ungeschickt, gerade in Zeiten, in denen immer weniger Menschen die klassische politische Werbung ernst nehmen. Weniger dreist wird es dadurch natürlich nicht.

Wie das aber auch einmal mehr zeigt, ist die Wikipedia für sich alleine genommen nicht per se zuverlässig und neutral. Wie keine einzelne Quelle, by the way.

Aber im Gegensatz zu anderen Quellen kann man bei ihr nachvollziehen, wie Artikel geändert wurden, und meist auch aus welchen Gründen. Ich jedenfalls werde bei kritischen Themen ab jetzt öfter mal auf der “Edits”-Seite nachschauen. Und noch mehr gegenchecken.

(Gefunden bei Mythopoeia)

15:16 Uhr - Kategorien: ADT - Aufreger des Tages, Mein Stammtisch

4 Kommentare »

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  1. Mich hat das auch sehr, sehr nachdenklich gestimmt!

    Comment von tradem — Thursday, 2. Feb 2006 @393 @ 8:26

  2. Dasselbe passiert - glaube ich - bei jedem kontroversen Eintrag: Siehe “Jyllands Posten” in der deutschsprachigen Abteilung.

    Comment von nixxon — Thursday, 2. Feb 2006 @778 @ 17:40

  3. nixxon, danke für den Hinweis, ich hatte diese Diskussion bisher nur in Blogs mitbekommen (auch wenn es in einigen Blogs, Du weisst schon welche, kaum Diskussion genannt werden kann)…

    Dass das bei kontroversen Themen öfter passiert, liegt wohl in der Natur der Wikipedia - ich finde es nur noch etwas brisanter, wenn da tatsächlich “offizielle” Stellen drangehen.

    Na gut, auch dass ist bei fast allen Medien der Regelfall - aber da kann man es das erste Mal richtig nachvollziehen. Was einen gegenüber offiziellen Meldungen nur noch ein bisschen misstrauischer macht, finde ich. (Obwohl - noch misstrauischer?)

    Comment von diaet — Thursday, 2. Feb 2006 @808 @ 18:24

  4. Für vieles werden die offiziellen Quellen doch auch nur von den Politikern gespeist, da macht es dann wahrscheinlich gar nicht mehr so einen großen Unterschied ob die netten Politiker den 0815-Journalisten irgendeinen Scheiss erzählen oder ob sie ihre Artikel in der Wikipedia entsprechend modifizieren und die Journalisten (so Helden wie bei SpOn) dass von da klauen ;)

    Comment von Bastian — Thursday, 2. Feb 2006 @892 @ 20:25

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