Ein Fünkchen Wehmut erfasst mich. Das erste Mal, seit klar ist, dass wir die alten Büroräume verlassen müssen.
Klar ist das eigentlich schon seit Anfang des Jahres. Und eigentlich ist es auch ein Aufbruch, eine neue Chance - immerhin geht es vom eher beschaulichen Dormagen-Hackenbroich nach Köln-Ehrenfeld, zu den meisten Kunden und mitten ins Leben.
Das neue Büro ist zu einem Großteil schon eingerichtet, sieht toll aus; seit gestern wissen wir sogar, wie wir alle Möbel plazieren. Und dann sitze ich vorhin im alten Büro, zwischen gepackten Kisten und Stapeln alter Dokumente, baue meinen Rechner ab - und werde mit einem Mal richtig traurig. Wir verlassen diese Woche eine kleine Insel.
Nicht, dass es viel zu vermissen gäbe. Nur ein gemütliches Büro, das wir uns im Lauf der Zeit schön eingerichtet haben, nachdem wir aus dem kleinen Dachspeicherraum runtergezogen sind. Eine Gemeinschaft mit einem Tonstudio, in dem Freunde arbeiten und gearbeitet haben; eine Küche, in der man immer wieder mal neuen Musikern über den Weg gelaufen ist, und einfach mal zwischendurch bei einer Kippe abschalten konnte. Der Hof, der uns im Sommer reichlich Platz zum Relaxen oder auch für Besprechungen geboten hat. Der Aufnahmeraum, der der Band als Proberaum diente. Die Gelegenheiten, wie z.B. Tom Albrecht bei Proben oder Aufnahmen zu erleben. Oder der Jazzband meines Onkels zuhören zu können.
Klar, auch nervtötendes, wie Nala, a.k.a. Schnäuzelchen, unser Chef (der Studiohund), die zu jeder denkbar dämlichen Gelegenheit bellt. Aber dafür auch immer da war, wenn man mal jemanden zum Kraulen brauchte. Oder Götz, der Saxophonist, der nie kapiert hat, dass er zum Üben auch gerne mal die Zwischentüren zumachen darf, weil’s sonst scheisslaut wird (und zum Glück nie gekrault werden wollte).
Und eigentlich gibt es dann eben doch eine Menge zu vermissen, wird mir klar. Und so sehr ich mich auch freue auf die neuen Räume und die neuen Gelegenheiten - ich kann und will die Tränen nicht unterdrücken. So long, Dorfstraße Nummer 8. Eine neue Zeit hat angefangen - und du wirst eine schöne Erinnerung sein.





und es bleibt die Frage:
Wer ist Hackes, Klaus?
Forsberg
Comment von Forsberg — Monday, 1. May 2006 @915 @ 21:57
Hört sich nach einer kerativen Gemeinschaft an. Ich will auch mit Kreativen zusammenarbeiten. :-P
Wie wärs, wenn du mal Bilder flickerts, Hase ;)
Comment von Toby — Tuesday, 2. May 2006 @423 @ 10:09
Nicht zu vergessen die grandiosen Parties:
“Jetzt mal der andere Drummer!”
“Wieso denn?!”
“Du kannst den Takt nicht mehr halten.” (Melo)
Ach Diat, ich fuhle mit Dir!
Orchidius
Comment von Orchidius — Tuesday, 2. May 2006 @565 @ 13:34
Besagte Party war toll. Ich erinnere mich noch, wie mir jemand ‘nen Bass umhängt, und mich unsanft in den Aufnahmeraum schubst. Selten mit so vielen guten Musikern auf einmal gespielt.
Auch das Arbeiten war meistens nett. Wenn man total am Ende war, konnte man immer noch Diät in der Küche treffen, der noch viel fertiger mit den Nerven war :-)
Comment von Mishkin — Wednesday, 3. May 2006 @488 @ 11:43
Jetzt würdest Du mich am großen neuen Fenster erwischen - in der Küche wird nicht mehr geraucht ;)
PS an Orchidius und Mishkin: als Gastautoren dürft ihr auch gerne einfach das Blog als URL eingeben!
Comment von diaet — Thursday, 4. May 2006 @076 @ 1:50