Aus Wüllenwebers und Di Fabios kaum kaschierten Ekel spricht, was der Stammtisch schon immer gewusst hat: (Langzeit-)Arbeitslose sind an ihrem Schicksal nicht nur selbst schuld (”Wer wirklich Arbeit will, der findet auch welche”), sie sind auch noch ein Ärgernis für die restliche Gesellschaft (Alkoholfahnen, schlechte Manieren). Neu ist allerdings, dass solche Vorurteile zum Repertoire eines gesellschaftlichen Dialogs gehören, der sich intellektuell gibt.
Vom Opfer zum Schuldigen in gut 20 Jahren. Was für eine paradoxe Karriere des deutschen Arbeitslosen! […]
Umso größer das Bedürfnis der Mittelschichten, sich abzusetzen gegenüber den gesellschaftlichen Verlierern. Sich und anderen zu vergewissern: Mir kann nicht passieren, was der Unterschicht passiert, denn ich bin grundlegend anders als die.
–SpOn - “Bürgertum vs. Unterschicht: Arbeitslos? Selbst schuld!”
Lesebefehl!





Die “neuen Spießer” tun mir ja schon ein bischen leid.
Wenn ich das mal von oben herab als ALG II Empfänger und hochmotivierter 1,50 Euro-Jobber sagen darf ;-)
Comment von Mishkin — Thursday, 23. Nov 2006 @477 @ 10:28
Ja, bitte. Mehr Arroganz der “Unterschicht”. Sollen wir da mal eine Initiative zu starten? ;)
(Eigentlich ein viel zu trauriges Thema für Ironie, aber ohne hält man’s ja nicht mehr aus…)
Comment von diaet — Thursday, 23. Nov 2006 @736 @ 16:41