You fucking r-o-c-k-e-d Cologne. Thank you very much!
Was für ein Konzert! (Und damit könnte die Rezension eigentlich schon vorbei sein.)
Okay, der Reihe nach: ich gebe zu, meine Erwartungen waren hoch. Noch nie Ben Folds live gesehen, mehrfach gehört, dass die Konzerte ein Erlebnis sind — und endlich die Gelegenheit, es selber zu erleben. Was folgte, zählt hiermit offiziell zu den besten und interessantesten Konzerterfahrungen meines Lebens.
Es begann schon mit Auswahl der Vorgruppe (vulgo: Special guest) des Konzertes: Clem Snide (von Toby und mir zu Orchidius’ Belustigung von vornherein als “Klemm Schwester” (ja, albern) deklariert, weil wir alle wohl zu faul waren, mal vorher zu recherchieren); ein Projekt mit wechselnder Besetzung unter Federführung von Eef Barzelay — der auch vorsichtshalber einfach allein erschien. Und nur mit seiner Gitarre, seinem übertrieben posenden, angetrunkenen, pathetischen Auftreten und wirklich absurd-witzigen Texten fesselte und zum Lachen brachte. Ein Mix aus Country, klassischem Rock’n'Roll und bescheuerten Ideen (und ich Depp hab mir keine CD am Merchandising-Stand gekauft. Leider. Schon allein seine Interpretation von Christina Aguileras “Beautiful” wäre jeden Cent wert gewesen.)
Gespanntes Warten. Europes “The Final Countdown” als letzter Einspieler (Absurdität +1). Ben Folds und Band betreten die Bühne — und es geschieht, was ich so noch nie erlebt habe: sie rocken, ohne, dass das (ohnehin brutal gemischte) Publikum wirklich abgeht. Alle sind zu fasziniert, werden gerockt — und wippen trotzdem größtenteils nur mit. Es geht gar nicht anders. Es soll auch nicht anders gehen.
Wie schon bei “Ben Folds Five” personell nur bewaffnet mit Piano, Bass und Drums powern diese Jungs wie Sau. Damn.
Das Line-Up: ein Potpourri aus etlichen Stücken der Ben-Folds-Solo-Alben, viel von der “Songs for Silverman” (die ich zu meiner Schande noch nicht wirklich gut kenne), aber auch Material der “Rockin’ the suburbs” wie “Annie waits” — alles abgerundet, durch Ben Folds Five Klassiker wie “Army” (mit kurz geschultem Publikum als mehrstimmigem Bläsersatz), “Narcolepsy” (wie bekommt man so einen Bombast mit drei Musikern hin???), “One angry dwarf”…
Und das alles eingefasst und präsentiert durch etwas, was Herrn Folds wohl auszeichnet: einen wahnsinnigen Spaß an Musik und Auftritt. Ob er kurz auf seine Erkältung und Medikamentenkonsum anspielt (”Just if you want to know: i’ve had 22 drops instead of 18 today. It helps against the cough. And several other brain functions. Which i needed.”), ob er (wohl auch Tradition) aus irgendeiner US-News-Meldung spontan ein neues Lied macht (in Köln war’s übrigens ein Astronaut, der sich Windeln anzog und mindestens 18 Stunden fuhr, um jemanden zu töten). Ob er selber übertreibt, und schon einmal der Anfang eines Songs abgebrochen und wiederholt werden muss, weil er selbst und die Band vor Lachen zusammenbrechen. Oder er mit seinem neu angeschafften Uralt-Synthesizer spielt, die “Brown Note” androht, jemand aus dem Publikum als Wunsch “Don’t change your plans” einruft - und sie spontan ein paar Takte “Don’t change your pants” spielen.
Der Mann und seine Band sind Unterhaltung pur. Und schaffen es trotzdem, perfekt genug zu sein, um die Folds-typische Mehrstimmigkeit mit drei Mann ebenso hinzubekommen wie die Energie, die in den Songs liegt.
Ich könnte noch ewig weiterschreiben, aber eigentlich wünsche ich mir nur eins: dass der Gute nochmal kommt. Dann aber bitte an einem Wochenende, damit mehr Leute, die eigentlich wollten, mitkommen können. Dieses Erieignis darf man als Fan wohl wirklich nicht verpassen.
Und darüber, dass Toby echt ‘n netter und lieber Kerl ist schreibe ich ein anderes Mal. Das passt hier nicht mehr hin ;))
Für mehr Informationen, Eindrücke und Videos (wenn auch vom Berlin-Konzert) bitte ich dringendst um einen Besuch bei Anne, die hat’s drauf!





Ja es war wirklich total cool. Trotz der Klemmschwester ;-)
Ich werde morgen darüber bloggen, Janny Bunny *lach*
Grüß mal den Orchidius. In Bezug auf Kölle hatte er vielleicht gar nicht so unrecht.
Comment von tradem — Wednesday, 7. Feb 2007 @015 @ 23:22
Ach, verdammt! Aber nen Hunni für ein Konzert war doch zuviel… trotzdem: DAMN!
Comment von rene — Wednesday, 7. Feb 2007 @021 @ 23:30
@toby: ich warte gespannt und interpretier mal einfach, dass Du heil wieder angekommen bist :)
@rené: der kommt wieder. Ich bin mir sicher. Nicht grämen.
Comment von diaet — Wednesday, 7. Feb 2007 @027 @ 23:39
mein erster kommentar wurde gefressen, deswegen: auf ein neues, in der hoffnung, dass nun alles ausgespuckt wird!
rené, nächstes mal sagste bitte bescheid, wenn du kein ticket mehr bekommst und dich mit solchen schwarzmarktpreisen konfrontiert siehst. ehrlich jetzt. davon mal abgesehen wohnst du eh in der falschen stadt, hier hättest du nämlich noch am selben abend ein ticket für max. 30 eur bekommen - von mir sogar für 25 ;)
diaet, hach ja, ich sehe wir verstehen uns - war ditt schön… die klemmschwester fand ich auch gar nicht so unlustig :)
Comment von anne — Thursday, 8. Feb 2007 @438 @ 9:30
@anne: nee, Kommentar wurde nicht gefressen - bei blogsome ist nicht absehbar, wer in der Moderationsschleife landet. Ich hab mal nur den zweiten freigegeben, hoffe, das ist okay.
Bei René’s Rechnung waren übrigens einfach die Bahnkosten schon mit drin - die Tickets gab’s auch hier für 29,- und er hatte auch schon eins ;)
Und: ja, wir verstehen uns. Voll und ganz :))
Comment von diaet — Thursday, 8. Feb 2007 @493 @ 10:50
ach sooooo…
und merci für den spontanen edit.
Comment von anne — Thursday, 8. Feb 2007 @546 @ 12:06
ich sach nur: “babapaaa…”
Comment von polly — Thursday, 8. Feb 2007 @600 @ 13:24
Der Pianist
Der Pianist beschritt die Bühne unter Jubel der Fans mit leicht gesenktem Haupt, auffäliger Brille und flinken Schritten. In Summe das Erscheinungsbild eines niedlichen amerikanischen Großstadtneurotikers, welches in der Figur eines Regisseurs wie W…
Trackback von Mythopoeia — Thursday, 8. Feb 2007 @609 @ 13:37