17:36 Uhr: Schweißgebadet wache ich auf. Immer diese heftigen Träume beim Nachmittagsschläfchen. Irgendwas mit einem guten Freund, der vor irgendwas anderem gerettet werden muss. Aus einem unerfindlichen Grund taucht mitten im Traum F. auf, und erinnert mich daran, dass ich die Haare nicht vergessen soll, sonst klappt es nicht. Gehirne spinnen manchmal komische Fäden. Egal, schnell aufstehen, noch einen Kaffee trinken, ab in die Bahn, ich muss noch nach Dormagen. Wieso ist eigentlich der Akku von meinem Handy nicht eingerastet?
18:05 Uhr: In der Bahn. Ich fahre mal eine andere Strecke als sonst. Alle Möglichkeiten ausprobieren, das Streckennetz kennenlernen und so. An der dritten Station steigt ein etwas verlotterter älterer Typ ein, und schleicht komisch um mich herum. Riecht irgendwie nach Methanol. Er macht einen leicht verwirrten Eindruck. Ich gehe einen Schritt zurück, um seine Aufmerksamkeit nicht zu erregen, doch zu spät: er fragt: “Noch weit?” Super. Musstest Du mich anquatschen? Ich antworte kurz: “Nein nein, nur noch vier Stationen.” Er: “Na, bei mir sind’s noch weniger. Dafür darf ich anschließend noch den halben Abend laufen.” Zum Glück verliert er das Interesse, brabbelt noch etwas, setzt sich. Seine Station. Kurz vor dem Aussteigen dreht er sich um, sagt: “Und vergiss die Haare nicht, sonst wird das nicht klappen.” What the…??? Mir wird schummrig. Ich nuschle: “Genau das hat der F. doch vorhin in meinem Traum gesagt”, hetze aus der Bahn, will dem Typen hinterher. Panik ergreift mich. Mir wird schwarz vor Augen. Ich falle.
xx:xx Uhr: Ich wache schweißgebadet auf. Diesmal wirklich. So realistisch hat mir noch kein Traum vorgegaukelt, die Realität zu sein. Verwirrt und zeitlich irritiert greife ich nach meinem Handy. Der Akku liegt daneben. Keine Ahnung, wie spät es ist. Ich rolle mich auf die Seite, will aufstehen. Warum liegt mein Schlüssel da? Und nicht auf dem… was ist das für ein Tisch? Ich setze die Brille auf, sehe mich um. Was zur Hölle sind das für Möbel? Es ist eindeutig mein Apartment, aber nicht meine Einrichtung! Hektisch stehe ich auf, renne zum Fenster. Auf der Terrasse steht eine unbekannte Nachbarin, die für eine Party dekoriert. Mir wird schwindlig. Sie sieht mich, kommt rüber, sagt: “Ich lasse Dich dann nachher aber nicht raus, klar?” Alles dreht sich, ich fühle mich wie kurz vor dem Wahnsinn, will nur noch hier weg… wo ist die verdammte Tür?!?? Schwarz.
8:00 Uhr. Montag morgen. Ich richte mich hektisch in meinem Bett auf. Alles hat seine Richtigkeit. Ich bin in meinem Apartment, in dem meine Möbel stehen, meine Klamotten liegen, mein Wecker piept. Einen so häufig verschachtelten Traum hatte ich noch nie. Ein Glück, dass das vorbei ist.
Aber wo ist eigentlich mein Handy-Akku?