…bei House wirklich: “Good Coffee! Better than Prozac!”
?
Irgendwie auch leicht schizo: die meiste Zeit des Tages in Köln zu verbringen, und dann in Dormagen Klamotten shoppen. Und womit? Mit Recht.™
Zitat des Tages aus der Anstalt:
“Sie [A. Merkel] hat ja doch gelernt. Sie regiert jetzt mit Würde”
“Was?!?”
“Mit ‘würde’. Konjunktiv.”
Steht “weißischmein” eigentlich mittlerweile im Duden? (Und welcher Klasse ist das zugeordnet? Koffersatz?)
EM strahlt nach. Vorhin beim schlampigen Hören der Radionachrichten tatsächlich kurz überlegt, was mehrere Bundestrainer mit dem Verbot organisierter Sterbehilfe zu tun haben könnten. (”Verbot des Rauchverbots” hätte doch gerade eh besser gepasst. Davon ab, dass mir mehrere Bundestrainer suspekt wären. Und es es natürlich um “Bundesländer” ging, weißischmein?)
Man, war ich heute schon vital:
ich hab geduscht, gelesen, gehört, gekocht, gegessen, aufgeräumt, geputzt, weggebracht, eingekauft, getrunken, nochmal gegessen, geliebt, gefickt, gewaschen, abgetrocknet, gebügelt, gesehen, gehört, geschrieben, gemacht, getan…
Und geglaubt, es wäre mal langsam Zeit, aufzustehen.
Eigentlich wirkten sie gar nicht so. Im Gegenteil: das Plaudern mit dem komplett in Schwarz-Rot-Gold gehüllten Pärchen am Bahnhof war sehr entspannt. Über ein schönes Spiel haben wir uns alle gefreut; das türkische Mädchen, das herüberrief: “Scheiß Deutsche, warum habt ihr gewonnen?” war für alle Anwesenden der erste unentspannte Fall — aber sowohl sie als auch der ältere Herr, der daraufhin zu einer “Warum lebt ihr dann hier”-Tirade ansetzen wollte, ließen sich von uns schnell wieder vom Politikum auf den Ball und das Spiel zurückbringen.
Ich lieh dem Pärchen mein Handy, damit sie einen Kumpel für einen Rückruf anklingeln konnten. Vergnügt stiegen wir, die wir uns vorher nicht kannten, in die gemeinsame Bahn, setzten uns auf die freien Plätze gegenüber.
Zwei Stationen nach der Abfahrt und einen kurzen Plausch zwischen den beiden später sagt er plötzlich: “Aber dafür, dass das eigentlich eure C-Auswahl war, habt ihr uns ganz schön eingeheizt!” Zuerst fühle ich mich nicht angesprochen, merke aber, dass er doch mich meint. Nach kurzer Bedenksekunde schaltet mein Gehirn mögliche Optionen frei, ich antworte: “Ähhh. Das rot-weiße T-Shirt hat übrigens nur mit einer Band zu tun. Lass Dich da mal nicht von verwirren.”
Er zurück: “Nee stimmt, deine Aussprache und so… man merkt, das Du schon einige Jahre hier bist.”
Ich (teilperplex nach kurzer Pause): “Äh, ja, kein Wunder - ich bin ja auch hier geboren.”
Sie schaltet sich ein: “Ja, wir sind ja auch alle irgendwie von hier.”
…
Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich sie an diesem Punkt hätte aufklären sollen, dass ich meines Wissens höchstens ein Bastard aus einem Rheinländer und einer Westfälin bin. Noch weniger weiß ich, ob ich sie hätte aufklären sollen. Was hätte es gebracht, klarzustellen, dass ich noch nicht einmal sagen könnte, wann irgendwelche Verwandten von mir aus irgendeinem “Ausland” gekommen sein könnten - oder eben auch nicht? Dem unbewusst ausgesprochenen “Wir und die” zu widersprechen?
Einen ganz kleinen, sekundenlangen Eindruck habe ich gewonnen.
Nicht, dass ich ihn zum allerersten Mal erlebt hätte (die generelle Kategorisierung “die Schwulen” hat mit Sicherheit nicht nur mir mal zu schaffen gemacht). Aber wie tief diese Trennung nach so oberflächlichen Kriterien sitzt, hat mich, so naiv es wohl ist, absolut sprachlos hinterlassen. “Wir” sind wohl immer noch nicht so weit.
“Sie sprechen aber ein gutes Deutsch!” — “Danke, ich wünschte, das könnte ich von Ihnen auch behaupten.”
— Fatih Çevikkollu
Und immer wieder, wenn mal Stand by me im Fernsehen läuft, erinnere ich mich daran, wie verknallt ich als kleiner Junge in River Phoenix war.
Jetzt ist’s raus.

Das freut mich natürlich wahnsinnig, aber mal ehrlich:
musstet ihr das unbedingt vorher verraten?
eins müsst ihr mir echt noch erklären: warum macht ihr jetzt auf einmal um Kram, den Mike Patton und seine befreundete Baggage schon seit Jahren bis Jahrzehnten exerzieren, auf einmal so einen Bohei?
Ich verstehe es wirklich nicht. Helft mir.
(Ehrlich. Alles, was ich bis jetzt von Sigur Ros gehört habe, klingt wie einer der Standard-Soundtracks von Kaada. In kopiert.)
an die Köln-Ehrenfelder Nationalmannschaft. Aber könnt ihr doch langsam mal mit dem Hupen aufhören?
Okay, im Ernst: danke an die schweizerische und die türkische Mannschaft, die beide verbissen gekämpft haben, ohne allzu grob zu werden. Und danke an den Regengott für das vermutlich lustigste Spiel der EM. Starke Männer, die torkeln und rutschen, als bestünde der Boden aus Gleitgel - während der Ball unvermittelt einfach mal in einer Pfütze liegenbleibt. Herrlich.