Monday, 28. Jan 2008 @022

Wirtschaftsstammtisch kurz nach Hessen

(Nett oder? Die Überschrift, die direkt so nach Amokläufen und anderen Katastrophen klingt. “Zwei Jahre nach Erfurt und Emsdetten”, “Nur wenige Wochen nach Madrid”. Ich hätte auch schreiben können “Wirtschaftsstammtisch nach 1/27″, aber soviel Pietätsgefühl habe ich dann doch noch.)

Von allen Gewinnern und Verlierern, die es ja nach Eigenaussagen sowieso wieder nicht gab, mal abgesehen. Auch abgesehen von rechts- oder neokonservativem Gejammer von linken Medienverschwörungen und dem Untergang des autochthonen deutschen Volkes, dass ja selbst zum Wählen zu blöd ist. (Na, dann geht doch woanders hin oder bastelt euch ein neues!)

Von all dem mal ab: der für mich aufstoßendste Kommentar, den ich heute zur gestrigen Landtagswahl in Hessen gelesen habe, kam aus “dem Wirtschaftsflügel” (wer auch immer das ist). Erstaunlich.

Es begab sich, dass Herr Börner, seines Zeichens Präsident des BGA, von sich geben musste:

Einmal mehr zeige sich, dass die Wähler sich mindestens genauso schwer täten wie die Politik, ökonomische Gesetze zu akzeptieren.

Was jetzt für mich, Herr Börner, eventuell dadurch erklärt werden könnte, dass doch mehr Menschen als von Ihnen erwartet zumindest im Gefühl haben, dass “ökonomische” und “Natur-”Gesetze gewisse Unterschiede aufweisen. Zum Beispiel den Erschaffer. Ich bin mir zumindest noch relativ sicher, dass Naturgesetze nicht von Menschen gemacht wurden. Im Gegensatz zu, ach, Sie wissen schon.

Und so kann ich doch nur auf den Spiegelfechter verweisen, der genau diese Überlegung besser zusammenfasst, als ich es gerade könnte:

Da möchte man ihm doch am liebsten entgegenhalten, dass es sich umgekehrt auch zeige, wie schwer sich Lobbyisten wie Börner und Thumann damit tun, zu akzeptieren, dass Deutschland laut Verfassung eine Demokratie ist, in der das Volk oberster Souverän ist und nicht die Wirtschaft - und das ökonomische Gesetze hinter der Verfassung zurückstehen.

Herzlich,
Ihr Wirtschaftsbrustfilet
diaet

23:31 Uhr - Kategorien: ADT - Aufreger des Tages, Mein Stammtisch

Wednesday, 9. Jan 2008 @168

Das Internet ist ein Hort des Bösen

Jahrelang pr0n. Jahrelang (na gut, in den wilden Jahren) crAckz, haCkz, war3z. Musik. Nichts.

Einmal!!!111! auf mir seit Jahren bekannten unbefangenen Seiten nach einem!!1! Logo eines FUSSBALLVEREINS gesucht - und zack!, per WERBEBANNER!!!11! auf dem Feuerfuchs mit temporär ausgeschaltetem Adblock einen verfickten Trojaner im System, der jetzt seit ein paar Stunden mich, meinen Rechner, mehrere Virenscanner, Spybots und Co. und zuletzt die aktuellste Knoppicilin-Scheibe der c’t beschäftigt!!

TROJA DU ARSCH, GEH ENDLICH UNTER!!! UND NIMM BEI DER GELEGENHEIT WOLFGANG PETERSEN MIT!!11!

Und der erste, der die Schlagworte “Mac”, “Linux”, “Adblock” oder ähnliche erwähnt, bekommt auffe Omme! Datt dat klar is! GRRRR!

3:03 Uhr - Kategorien: Misc, ADT - Aufreger des Tages

Wednesday, 19. Dec 2007 @002

Tendenz abnehmend

Es gibt ja einige wenige Dinge, die ich so richtig hasse. Na gut, genaugenommen gibt es ziemlich viele Dinge, die ich so richtig hasse, aber würde ich das so richtig machen, wäre das nicht so gut für’s Karma, Chi, und was sonst noch so wichtig ist im Leben. Oder im nächsten.

Damit also mein Schuldenkonto der an- und ausstehenden Leben nicht weiter aufgestockt wird, folgt eines meiner liebsten Hassobjekte des gesamten Berufslebens vorsichtshalber und als zusätzlicher Service als weiterer Eintrag im diaetschen ABC. Aus dem ich glaube ich mal langsam eine Kategorie machen könnte. Pfft.

Abnahme, die 1. diaetisch und gängig: Endgültiges “OK” (wahlweise “GO”) des Kunden, der alle erforderlichen Zwischenstände gesehen hat, um in die Produktionsphase zu gehen; 2. diaetisch und gängig: Endgültiges “OK” (wahlweise “GO”) des Kunden, der die Ergebnisse der Produktionsphase zur Kenntnis genommen hat; 3. kundisch: Durchgeben der letzten Änderungen, nachdem die Daten in die Produktion gegangen sind oder die Produktionsphase kurz vor der Vollendung steht (Optimalfall); nie (Regel); siehe auch → externe Prokrastination

AARGH! IST DIESES JAHR BALD MAL ZUENDE?!?

23:03 Uhr - Kategorien: Misc, ADT - Aufreger des Tages

Saturday, 24. Nov 2007 @861

Öfter mal anderen Leuten eine Freude machen

Zum Beispiel…

  • dem Typen, der einem in der Bahn gegenübersitzt, dazu gratulieren, dass er in der Rangliste der bescheuertsten Frisuren schlagartig von 0 auf 1 gelandet ist
  • der Oma, die einen auf dem Gehsteig die ganze Zeit ausbremst, weil unkontrolliert Richtung und Tempo wechselt, bei Überqueren der Straße einfach mal den Rollator wegnehmen. So hat sie einen zusätzlichen Anreiz, auf die andere Seite zu kommen! (Bei allem Fordern auch das Fördern nicht vergessen: zusätzlich ruhig beherzt von hinten schubsen)
  • den Bäcker um die Ecke, der einem immer diese extra länger gereiften Brötchen verkauft, vor Ort von der Qualität seiner Backwaren überzeugen. Eine Demonstration beweist sofort, dass die Dinger hervorragend als Nahkampfwaffen geeignet sind. Flugeigenschaften, Zielgenauigkeit bis hin zu einer Nasenspitze, sowie der beeindruckende Schaden, den sie hinterlassen, sprechen für sich
  • dem netten Taxifahrer am Bahnhof, der einen zunächst einsteigen lässt, dann allerdings in gebrochenem Deutsch verlangt, dass man wieder aussteigt (”Unterhose”, “irgendwas”), um dann gnädig zu sagen, dass man doch mitfahren kann, herzlich für seine Fürsorge danken. Der Gute dachte wahrscheinlich nur (wegen der Stone-oder Pre-Washed-Jeans), dass man sich in die Hose gemacht hat. Ein angemessenes Dankeschön hier sind sicherlich ein paar freie Minuten für den Armen - einfach zum nächsten Taxifahrer gehen.
19:40 Uhr - Kategorien: ADT - Aufreger des Tages, Stoned

Tuesday, 20. Nov 2007 @548

Wenn Musiker es nicht mehr bringen, klagen sie halt (Teil 342)

Man könnte sich ja geehrt fühlen. Es als Hommage betrachten. Oder man knallt eben einfach im fortgeschrittenen Höhenflug durch.

Die Red Hot Chili Peppers verklagen Showtime Networks, weil die eine Serie namens “Californication” im Programm haben. Gut, dass einer der Seriencharaktere “Dani California” genannt wird, ist schon eine fortgeschrittene Referenz - von der es in der Serie aber reichlich zu geben scheint.

Dass es um einen Schriftsteller in der Midlife-Crisis mit Schreibblockade geht, ist, sagen wir mal: süffisant.

Aber so richtig konsequent wäre es jetzt eigentlich, schwer rückwirkend noch gegen die Time (1972), Stewart Holbrook und The Oregonian (1940er) und noch einige andere zu klagen. Und am besten gegen den Gebrauch der Farbe “rot”, die Verwendung des Wortes “hot”, sowie gegen Autoren, die über Chilishoten schreiben.

Man könnte natürlich auch einfach mal wieder gute Musik schreiben.

Neee.

Friday, 19. Oct 2007 @485

Verzeihung, ich muss noch mal, net?

Ganz ehrlich: auch ich gebe mir gelegentlich den Schock dumpfen, rassistischen Hasses und schaue auf PI vorbei. (Wenn man nach dieser Seite nicht das Vertrauen in die menschliche Intelligenz verloren hat, hilft einem auch kein Bummel durch eine Einkaufsstraße mehr.)

Diese nur teilweise scherzhafte Anmerkung soll auf keinen Fall die Brisanz und Gefährlichkeit der Autoren und vor allem Kommentatoren dieses Blogs mildern - im Gegenteil, wenn ich mich da so intensiv durchwühlen würde, wie andere es zum Glück tun, wäre mir wohl nur noch schlecht. Ein großer Nachteil des tollen, freien Internets: man kann halt auch frei zugänglich mitbekommen, was für unglaublich verblendete Idioten und Arschlöcher Menschen sein können.

Fast, aber auch nur fast, lobe ich mir daher an dieser Stelle das bereits erwähnte Portal “katholischer Nachrichten” mit dem Kreuz. Unsere “lieben” “Gläubigen” schaffen es nämlich immerhin, mich zwischendurch (wie auch schon viele Kommentatoren dort vermuteten) zweifeln zu lassen, ob es sich nicht in Wirklichkeit doch um eine Satireseite handelt, die unglaublich konsequent duchgezogen ist. (Vielleicht ist es aber doch so eine Art Taqiya auf sedisvakantistisch, da muss man ja vorsichtig sein.)
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11:39 Uhr - Kategorien: ADT - Aufreger des Tages, Mein Stammtisch

Saturday, 29. Sep 2007 @001

Es ist ein Kreuz, net?

(Warnung: dieser Artikel enthält wenige bis keine Links. Die URL wird erwähnt, das muss hier reichen. Ich glaube zu wissen, dass der/die LeserInnen selber, äh, ja: lesen können.)

Seit Wochen, ach was, Monaten, überlege ich und schreibe und verwerfe immer wieder einen Artikel, den ich über das Internetportal mit dem Untertitel “Katholische Nachrichten”: kreuz punkt net schreiben will. Themen gäbe es, weiß Gott (Verzeihung), genug.
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Monday, 3. Sep 2007 @992

Ach, und wo wir gerade dabei sind, Bremer Bürgerlicher

Du hast ja in einem einzigen Forenpost geschafft, zumindest schon mal ein paar Vorurteile auszuräumen. Zum Beispiel die sehr beliebten: “Schwule sind intelligenter als der Durchschnitt” und erst recht: “Schwule sind tolerant.” Bushido könnte Dir quasi danken, auch wenn es eigentlich in dem Fall um die Auswüchse dieses anderen ging.

Das wird eh noch ein großes Problem in der Gesellschaft werden.
Die Kinder der Zuwanderer werden immer mehr und werden so ihre Werte und Moralvorstellungen, die ja einigermaßen deckend mit denen dieser Rapper sind immer weiter in die Mehrheitsgesellschaft hinein drängen.

Hey ho, wir lernen dazu: es sind schonmal nicht mehr die Zuwanderer (also die ganzen Schweden, Chinesen, Österreicher, Spanier - ja, natürlich auch Türken, Araber, Iraner, Tunesier…) - sondern deren Kinder sind das Problem! Die werden ja immer mehr! Und dann bringen die auch noch (qua Genetik?) ganz eigene Moralvorstellungen einfach so mit rein, in unserer schöne, kuschelige Mehrheitsgesellschaft! Sieht man ja auch daran:

Und das Phänomen ist, dass auch grade Kinder aus gutem bürgerlichen Hause diese Musik hören und so zumindest durch diese Moralvorstellungen beeinflusst werden.

Richtig, die schleusen ja auch überall Ihre Gene ein, und überrennen damit zwangsweise gefestigte Moralvorstellungen aus gutem, bürgerlichem Hause. Muss ja so sein. “Gutes bürgerliches Haus” und “Zuwanderer” widersprechen sich ja auch quasi von Natur aus.

Arschlöcher, die unbedacht ihren Mund aufmachen gibt’s aber zum Glück überall.

(Wissen Deine Eltern eigentlich, dass Du schwul bist?)

23:48 Uhr - Kategorien: ADT - Aufreger des Tages, Mein Stammtisch

Friday, 31. Aug 2007 @574

Ach, und wo wir gerade dabei sind, Bushido

Ich zitiere mal Dein Interview im Tagesspiegel, schön zusammenfassend, absichtlich weglassend, Deine eigenen Weglassungen ausnutzend, um mein Bild von Dir zu festigen (schließlich ist das hier (m)ein Blog), aber doch immerhin:

Mit dem Unterschied, dass er [Heinz Rühmann] nicht zu Gewalt aufrief und Schwule beleidigte.
Ich rufe nicht zu Gewalt auf. […] Ich bin leider Choleriker und lasse mich manchmal gehen. Ich würde aber nie zur Demonstration gegen Homosexuelle aufrufen.

Okay, nett, dass Du nur beleidigst, aber wenigstens nicht zu Gewalt oder Demonstrationen aufrufst. Naja, Deine Sprachdefinition ist ja eh ein wenig eigen:

Mit „Tunte“ ist kein Schwuler gemeint und mit „Nutte“ nicht jede Frau, sondern ein Schwachkopf, Feigling oder so.

Du könntest ja vielleicht auch einfach andere Worte verwenden, aber das ist ja schwierig, denn:

Das Wort „schwul“ ist leider ins Negative gehend mutiert, genau so wie es das Wort „behindert“ früher war.

Richtig. Warum “Wichser” eine Beleidigung sein soll, habe ich – ganz ehrlich – auch noch nie so richtig verstanden. Aber vielleicht noch eine Bemerkung: Deine vier gewünschten Kinder tun mir jetzt schon leid. Warum?

Was ist, wenn dein Sohn schwul ist?
Das wäre der Super-Gau. Ich werde aufpassen, dass er nicht homosexuell wird, das ist ja kein Gendefekt, oder? Aber gut: Wenn er schwul ist, dann ist er halt schwul. Deswegen werde ich meinen Sohn noch lange nicht verprügeln.

Brauchst Du auch gar nicht. Erniedrigen und beleidigen ist ja vollkommen ausreichend. Und vielleicht werden’s ja auch einfach lesbische Mädels. Wobei:

Klingt ziemlich spießig, privat bin ich auch ein Spießer.

Öhm: nö. Klingt eher nach “dumpf gestriges, intolerantes Arschloch”. Keine Ahnung, ob Du das privat bist.

13:46 Uhr - Kategorien: ADT - Aufreger des Tages, Mein Stammtisch

Schwach köcheln

Eigentlich wollte ich hier mal ein bisschen was geraderücken - ganz speziell für hessische Ministerpräsidenten, die offenkundig Nachhilfebedarf haben.

Ich hätte geschrieben, dass man, wenn man

  • gerade (mit den besseren Umfragewerten) in einer großen Koalition an der Spitze der Bundesregierung steht, die Kanzlerin und die Mehrzahl der Landesführungen stellt
  • (abgesehen davon, dass man selber ein “C” im Parteinamen hat) selber immerhin zu einer der größten religiösen Gemeinschaften in Deutschland gehört; einer Gemeinschaft, die ständig bei Wertediskussionen heraufbeschworen wird
  • und man zudem noch, wenn man schon sortiert, der mit Abstand größten Gruppe sexueller Ausrichtungen angehört (die immerhin bei vorsichtigen Schätzungen knappe 90 % der Bevölkerung ausmacht)

man doch eigentlich – kraftvoll und mit gehöriger Deckung versehen – gegen Homosexualität als Kult problemlos anstehen müsste…

Aber dann fiel mir erstens ein, dass der Gute bei der Einhaltung seiner aufrechten Werte schon immer etwas schwach war, zweitens Politiker ist, und man sich drittens meines Wissens einen Kult immer noch selbst aussucht. Ganz im Gegensatz zu seiner Parteizugehörigkeit seinem Charakter seiner Sexualität. Ach ja, und viertens: der Batz ja schon da war.

Nichts für ungut, Herr Koch.